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CED Ernährung und Reisen

Zuletzt aktualisiert 19/03/2020

Das Durchfallrisiko auf Reisen ist deutlich erhöht, auch für Menschen ohne chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Das liegt vor allem daran, dass Nahrungsmittel und Trinkwasser in anderen Ländern Bakterien, Viren und Parasiten enthalten (können), an denen der eigene Körper nicht gewöhnt ist. Dabei unterscheidet sich das Infektionsrisiko mit einem Reisedurchfallerreger abhängig vom Reiseland stark, hierbei sind vor allem die Entwicklungsstufe und die sanitären Bedingungen am Reiseziel von Bedeutung.

Um Durchfall und eine Infektion zu vermeiden, ist es ratsam sich, wenn möglich, auch im Reiseland an seine Ernährungsgewohnheiten zu halten. Natürlich spricht nichts dagegen, auch mal etwas Neues auszuprobieren, wenn die Umgebungsbedingungen gut und sauber sind. In der Regel verschlechtert fremdes Essen und auch scharfes Essen die CED nicht, trotzdem sollten Sie auf Reisen auf die hygienischen Bedingungen achten, vor allem in Entwicklungsländern.

Um das Risiko von Reisedurchfall zu mindern helfen folgende Regeln

  • Wasser nur aus kommerziell abgefüllten Flaschen trinken (kein Leitungswasser, nicht aus offenen Karaffen o.ä.). Wenn das nicht möglich ist, sollte das Wasser vor dem Trinken abgekocht werden.
  • Auch zum Zähneputzen und zum Waschen von Speisen sollte abgefülltes Wasser verwendet werden.
  • Kaufen Sie auch andere (Erfrischungs-)Getränke in Flaschen oder Dosen und vermeiden Sie offene Getränke oder Getränke, die mit Wasser und Eiswürfeln aufgefüllt oder verdünnt werden (z.B. Sirup, Cocktails).
  • Eiswürfel, die nicht industriell hergestellt werden, sollten gemieden werden.
  • Vermeiden Sie wasserhaltige Speisen bzw. Speisen, die eine sichere Kühlkette benötigen (z.B. Eiscreme).
  • Gemüse und Früchte sollten geschält, oder mit abgefülltem/abgekochtem Wasser gewaschen werden.
  • Vermeiden Sie ungekochtes, halbgekochtes und wieder erwärmtes Essen wie Salat, rohes Gemüse, rohe Eier, rohen Fisch oder Fleisch.
  • Meiden Sie Essen von Straßenständen

Wenn trotzdem Durchfälle auftreten, ist es besonders wichtig auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten. Sie können in der Apotheke Rehydrierungsflüssigkeiten zum Trinken kaufen (z.B. Elotrans®).

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt Umgang mit Reisediarrhö.

Um sprachliche Missverständnisse in Bezug auf Essen im Ausland zu vermeiden, kann eine personalisierte dietary alert card helfen, welche deine diätetischen Bedürfnisse auflistet. Diese kann in 17 verschiedenen Sprachen auf der Website  http://www.dietarycard.com/ erworben werden. Außerdem kann eine Beratung durch einen CED-erfahrenen ErnährungsberaterIn vor der Reise dabei helfen, voraussichtliche Ernährungsumstellungen zu besprechen, und den Umgang mit der Erkrankung im Voraus zu planen.

Weitere Informationen zum Thema Ernährung findest du außerdem auf der Seite der DCCV https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/ernaehrung

Parenterale/enterale Ernährung und Reisen

Solltest Du auf parenterale Ernährung (über eine PICC-Line, einen Broviac-Katheter oder einen Port) oder auf Sondenkost (über eine PEG oder einen Intestofix) angewiesen sein, ist es wichtig, die Reisedetails vor jeder Buchung mit deinem Ernährungsteam zu besprechen, um sicher zu stellen, dass eine ausreichende Versorgung auch während der Reise gewährleistet ist. Diese Formen der Ernährung sollten dich nicht vom Reisen abhalten, eine sorgfältige Planung ist jedoch wichtig.

** Einen spannenden und hilfreichen Blog auf Englisch, der sich mit dem Thema Reisen mit parenteraler Ernährung beschäftigt finden Sie hier TPN**

Planen!

Planen Sie mindestens 6 Wochen Zeit für die Reisevorbereitungen ein. Kontaktieren Sie Ihr Ernährungsteam, Ihre Apotheke und ggf. auch die Firma, die Ihre Ernährung liefert, diese können häufig auch europaweit oder internationale Lieferungen ermöglichen.

Nehmen Sie einen Arztbrief Ihres CED-Spezialisten mit, dieser solltest unbedingt Ihren Ernährungsplan, Ihre Krankengeschichte und allen wichtigen Informationen zum Krankheitsverlauf beinhalten. Ein Muster, welches angepasst werden kann finden Sie auf Englisch unter

 http://www.oley.org/Travel_letters.html

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrem Ernährungsteam einen Notfallplan, welcher in schriftlicher Form mitgenommen werden kann

Eine englische Website Oley Foundation bietet wichtige Reiseinformationen für Patienten, die auf parenterale Ernährung oder Sondenkost angewiesen sind. Hier finden Sie auch ein Reisepaket  inklusive Inventarliste .

Informieren Sie die die Reiseagentur/den Reiseleiter und ggf. die Fluglinie über Ihre Bedürfnisse während der Reise, um sicher zu gehen, dass es hier keine Probleme gibt. Unter Umständen brauchen Sie ein Attest oder eine Bestätigung von Ihrem Arzt über Ihre Reisefähigkeit.

Informieren Sie die Fluggesellschaft frühzeitig über die Medikamente und medizinischen Produkte, die Sie benötigen. In der Regel gilt dieses als Über- oder Sondergepäck und die Fluggesellschaft benötigt detaillierte Informationen insbesondere für Flüssigkeiten im Handgepäck. Abhängig von der Fluggesellschaft können hier auch zusätzliche Kosten anfallen.

Planen Sie im Voraus welche Hilfsmittel und Medikamente ins Handgepäck müssen und was als Gepäck aufgegeben werden kann.

Am Flughafen ist es möglich, Hilfe durch das Flugpersonal beim Boarding, bei der Einreise und mit dem Gepäck zu erhalten. Die meisten Pumpen- und Ernährungssysteme können durch die Sicherheitskontrollen am Flughafen mitgenommen werden. Zur Sicherheit solltest Sie hier jedoch Rücksprache mit Ihrem Ernährungsteam und/oder dem Hersteller halten und eine entsprechende Bestätigung mitnehmen.

Wenn Sie die Reiseverpflegung berechnen, sollten Sie neben der Reisezeit auch mögliche Verspätungen einkalkulieren. Unter Umständen ist es sinnvoll, die Ernährung für 2-3 Tage mit ins Handgepäck zunehmen, falls es Probleme mit dem aufgegebenen Gepäck gibt.

Wie warm ist es in Ihrem Reiseland? Abhängig von deinem Reiseziel können sich Ernährungs- und Flüssigkeitsbedürfnisse ändern. In warmen Ländern kann der Flüssigkeitsbedarf deutlich höher sein und sollte vorher einkalkuliert werden.

Welche Unterkunft werden Sie haben? Stelle vor Beginn der Reise sicher, dass die Unterbringung/das Hotel Platz und Kühlmöglichkeiten hat, um deine Ernährung aufzubewahren. Oft reicht eine Mini-Bar nicht aus, um Sondennahrung zu kühlen, sodass ein richtiger Kühlschrank vorhanden sein sollte.

Woran Sie außerdem denken sollten:

  • Extra Batterien für Ihre Pumpe
  • Reiseadapter für Ihr Reiseland
  • Detaillierte Informationen zu CED-Spezialisten oder dem nächstgelegenen Krankenhaus an deinem Reiseziel und die Kontaktdetails Ihres Gastroenterologen.
  • Zusätzliche Ernährung/Medikamente für Verspätungen oder Verlust.

Informationen auf Englisch:

  1. Patients on intravenous and naso-gastric nutrition therapy (PINN)- artificial nutrition support website http://pinnt.com/Members-Area/New-Members-Information/Holiday-Guideline-2013.aspx
  2. The Oley foundation www.oley.org
  3. The dietary card www.dietarycard.com
  4. Crohn’s and Colitis UK Travel and IBD information sheet www.crohnsandcolitis.org.uk
  5. Crohn's and Colitis UK (Edition 6-2012) Food and IBD booklet
  6. Spira A. Preparing the traveller. 2003; Travel Medicine; 361: 1368-1381
  7. Sara Ringer inflamed and untamed IBD Blog http://www.inflamed-and-untamed.com/
  8. https://www.bbraun.de/de/magazin/reisen-mit-parenteraler-ernaehrung.html
  9. https://www.meineced.de/meine-lebensqualitaet/reisen/
  10. https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/leben-mit-einer-ced/reisen/

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