Coronavirus (COVID-19)-Update und Informationen für IBD-Patienten

Zuletzt aktualisiert 14/04/2020

Das Wissen über das Coronavirus (COVID-19) häuft sich während dieser globalen Epidemie immer noch an. Das Virus ist besonders für Patienten mit CED (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) besorgniserregend. Hier sind einige nützliche Fakten und Tipps, die Ihnen helfen sollen, in diesen Zeiten die besten Entscheidungen zu treffen, und die Ihnen auch helfen sollen, wenn Sie auf Reisen sind.

Was sind die Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus?

Bei der Mehrheit der Infizierten treten keine oder grippeähnliche Symptome wie Fieber, Husten oder Kurzatmigkeit auf, und bei einigen können Muskelschmerzen, Halsschmerzen, Verlust des Geschmacks-/Geruchsempfindens und manchmal Durchfall auftreten. Bei der Minderheit der Patienten kann die Krankheit jedoch schwer und lebensbedrohlich werden.

Wie verbreitet sich das Virus und was kann ich tun, um mich zu schützen?

Das Coronavirus verbreitet sich durch Atemtröpfchen, die beim Husten oder Niesen einer infizierten Person entstehen, aber das Virus wurde auch im Stuhl von infizierten Personen isoliert und bleibt auf physischen Oberflächen lebensfähig. Daher ist eine fäkal-orale Ausbreitung und die Ausbreitung durch Körperkontakt möglicherweise ebenfalls plausibel. Sie sollten häufiges Händewaschen beibehalten, engen Kontakt (<2 Meter) mit anderen Personen und jeglichen Kontakt mit kranken Personen vermeiden, gesellige Zusammenkünfte meiden und sich an andere lokale Empfehlungen der nationalen Gesundheitsbehörden halten.

Ist das Risiko für eine schwere Erkrankung bei einer Infektion mit dem Coronavirus durch meine IBD oder meine Medikamente größer? Sollte ich deshalb meine Medikamente absetzen?

Ältere Menschen, Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder chronischen Lungen- oder Herzkrankheiten sowie Raucher haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine schwerere Coronaviruserkrankung. CED-Patienten, einschließlich Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, hatten bisher in keinem der Berichte ein erhöhtes Risiko, an der Krankheit zu erkranken oder eine schwerere Erkrankung zu haben. Ein vorläufiger Bericht aus Wuhan, China, hat gezeigt, dass bei 318 CED-Patienten keine Coronakrankheit vorlag, aber sieben der Patienten entwickelten Krankheitsschübe und zwei mussten operiert werden, nachdem ihre CED-Medikamente abgesetzt worden waren. 

Neuere Informationen gehen aus einem internationalen Register von CED-Patienten hervor, die mit dem COVID-19-Coronavirus infiziert sind, das unter dem Namen SECURE-IBD eingerichtet wurde (https://covidibd.org/). Mit Stand vom 8. April 2020 wurden dem Register weltweit 326 CED-Patienten gemeldet, die mit dem Corona-Virus infiziert waren. Davon waren 255 Patienten immunsupprimiert und 71 nicht immunsupprimiert. Patienten, die Kortikosteroide, Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Methotrexat, Tofacitinib oder biologische Medikamente einnehmen, gelten als immunsupprimiert. 

Die aktuellen Daten des SECURE-Registers zeigen, dass schwere Erkrankungen oder Todesfälle bei Patienten, die immunsuppressive oder biologische Medikamente einnehmen, nicht häufiger auftreten als bei CED-Patienten, die diese Medikamente nicht einnehmen. Tatsächlich gab es einen leichten Trend zu einer weniger schweren Erkrankung bei immunsupprimierten Patienten. Diese Daten sind jedoch weiterhin mit Vorsicht zu betrachten, da das Alter der Patienten in den beiden Gruppen unterschiedlich war.   

Insgesamt zeigen die bisherigen Daten nicht, dass CED-Patienten aufgrund ihrer Medikamente ein höheres Risiko haben, sich mit dem Coronavirus anzustecken oder eine schwere Krankheit zu entwickeln. Die Patienten sollten die Risiken erkennen, die mit dem Absetzen von CED-Medikamenten und dem Auftreten von Krankheitsschüben und Komplikationen verbunden sind. Daher empfehlen Fachgesellschaften für Gastroenterologie, darunter die American Gastroenterology Association und die European Crohn's & Colitis Organization (ECCO), die Medikamente gegen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa weiter zu verabreichen. 

Patienten, die zwei Arten immunsuppressiver Medikamente erhalten, wie z.B. ein biologisches und ein immunmodulierendes Medikament, sowie Patienten, die Kortikosteroide einnehmen, sollten jedoch mit ihrem Arzt besprechen, ob eines dieser Medikamente doch abgesetzt werden kann.

Sollte ich das Medikament absetzen, wenn ich einer kranken Person ausgesetzt war oder wenn ich selbst krank bin?

Im Allgemeinen gilt die Exposition gegenüber einer kranken Person nicht als Grund, Ihre Medikamente abzusetzen oder auszusetzen, aber eine individuelle Entscheidung sollte mit Ihrem Arzt getroffen werden. Wenn Sie grippeähnliche Symptome entwickeln, unabhängig davon, ob bei Ihnen das Coronavirus diagnostiziert wurde oder nicht, dann sollten Sie sich an Ihr CED-Team wenden und die immunsuppressiven Medikamente absetzen, bis die Symptome abklingen. Nicht immunsuppressive Medikamente wie Mesalazin müssen nicht abgesetzt werden.

Sollte ich es vermeiden, zu diesen Zeiten ins Krankenhaus, in die Klinik oder in das Infusionszentrum zu gehen?

Unnötige Klinikbesuche können nach entsprechender Beratung durch Ihr Team erneut in Erwägung gezogen werden. Einige Klinikbesuche können durch telemedizinische Konsultationen ersetzt werden, wenn diese verfügbar sind. Unentbehrliche Besuche, wie z.B. Notaufnahmebesuche bei schwerer Verschlimmerung der CED oder die Beschaffung Ihrer biologischen Infusionen in Infusionszentren, sollten nicht vermieden werden.

Ich bin auf Reisen in einem anderen Land gestrandet, und mir gehen meine IBD-Medikamente aus. Was kann ich tun, bis ich wieder nach Hause fliegen kann?

Wenn Sie aufgrund von Flugblockaden gezwungen waren, Ihren Aufenthalt außerhalb Ihres Heimatlandes zu verlängern, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf unsere 'IBD Network'-Webseite, wo Sie Einzelheiten zu über 330 CED-Zentren auf der ganzen Welt finden, die sich uns angeschlossen haben, um CED-Patienten im Ausland Betreuung und Hilfe bei der Verabreichung von Biologika zu bieten (Sie müssen registrierter Benutzer von IBD Passport sein, um Zugang zu diesem Netzwerk zu erhalten). Wir empfehlen Ihnen, sich an das Zentrum, in dem Sie sich befinden, zu wenden, um vor Ort Hilfe bei der Arzneimittelversorgung zu erhalten. Wenn es in dem Land, in dem Sie sich befinden, noch kein Zentrum in unserem Netzwerk gibt, können Sie uns eine E-Mail an info@IBDpassport.com schicken, und wir werden versuchen, Ihnen über unsere weltweiten Verbindungen zu helfen. Bitte beachten Sie jedoch, dass sich unsere Antwort aufgrund der überwältigenden Anzahl von Anfragen und Bitten zu diesen Zeiten etwas verzögern kann.