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Reisen mit CED-Medikation

Zuletzt aktualisiert 13/03/2020

Wenn man mit Medikamenten im Gepäck verreist, ist es dringend ratsam ein Brief des verschreibenden Arztes mitzuführen, welcher deinen Namen, das Reiseland und die Medikation mit Dosierung und Menge aufführt. Ein Beispielschreiben (in Englisch) finden Sie hier

Medikamente

Verpackung

Wenn möglich, ist es sinnvoll, ausreichend Medikation für die gesamte Reise und etwas zusätzlich für mögliche Verzögerungen/Verspätungen mitzunehmen. Ihr Gastroenterologe/in, CED-Team kann Ihnen möglicherweise die zusätzlichen Medikamente verschreiben (im Falle von Biologicals, extra Spritzen oder Infusionsfläschchen). Die Bestimmungen hinsichtlich Verschreibung und Menge variieren von Land zu Land.

Medikamente, die gekühlt aufbewahrt werden müssen, können Sie in einer Kühlbox oder Kühltasche transportieren. Spezielle Behälter sind in Apotheken erhältlich oder bei den Herstellern der Medikamente. Am besten transportierst Sie die Medikamente zusammen mit essentiellen medizinischen Hilfsmitteln wie deinem Durchfall-Kit im Handgepäck. Die Temperatur sollte zwischen 2 und 8° C liegen.

Prinzipiell ist es sinnvoll eine kleine Reiseapotheke mit schmerz- und krampflösenden Medikamenten (z.B. Buscopan und Paracetamol), Medikamenten gegen Durchfall (z.B. Loperamid) und Elektrolytlösung zur Rehydration (z.B. Dioralyte, Electrolate, Rehidrat) mitzunehmen. Diese sind nicht verschreibungspflichtig. Des Weiteren sollten Sie mit Ihrem CED-Arzt besprechen, ob Sie für Notfälle Antibiotika (Bei Reisedurchfall wird meistens Ciprofloxacin und Metronidazol eingesetzt) und unter Umständen auch einige Steroidtabletten zur Therapie eines akuten Schubs mitnehmen können. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter  Reisen mit CED.

Medikamente mit ins Ausland nehmen

Bei Auslandsreisen sollten Sie die folgenden Hinweise beachten:

  • Bewahren Sie Ihre Medikamente in der Originalverpackung auf, um sie beim Zoll vorzuzeigen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie ein Schreiben Ihres Hausarztes oder CED- Spezialisten haben, welches die Medikation genau aufführt. Dieses ist unerlässlich, wenn Sie Medikamente in flüssiger Form über 100 ml transportieren.
  • Bewahren Sie während des Fluges Medikamente im Handgepäck auf, falls Ihr Gepäck verloren geht.
  • Erkundigen Sie sich vor dem Flug bei Ihrer Fluggesellschaft, ob Sie Ihre Medikamente im Handgepäck mitnehmen können, insbesondere wenn Sie Spritzen mitnehmen müssen.
  • Wenn Sie durch verschiedene Zeitzonen reisen, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprechen.
  • Da Medikamente nicht in allen Ländern gleich heißen, ist es sinnvoll zu recherchieren, wie Ihr Medikament im Reiseland heißt.
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Reisen mit injizierbaren Medikamenten: Adalimumab, Golimumab (Simponi) oder Usteki-numab (Stelara)

  • Wenn Sie mit Medikamenten reisen, die gekühlt werden müssen, können Sie bei in jedem Kaufhaus eine Vielzahl nützlicher kühlender Reisetaschen erhalten.
  • Adalimumab ist bei Raumtemperatur (25°C) bis zu 14 Tage haltbar. Nach der Entnahme aus dem Kühlschrank muss die Spritze/der Pen innerhalb von 14 Tagen verwendet oder entsorgt werden.
  • Auch im Fall von Spritzen ist ein Schreiben Ihres Arztes am Flughafen manchmal notwendig, um Spritzen, die als scharfe Gegenstände gelten können, im Handgepäck mitführen zu können.

Reisen mit Infliximab & Vedolizumab

  • Wenn Sie intravenös Medikamente wie Infliximab oder Vedolizumab erhalten, erfordern Reisen mehr Planung.
  • Verwenden Sie die Seite CED-Netzwerk, um ein CED-Zentrum an Ihrem Zielort zu finden.
  • Möglicherweise benötigen Sie in Ihrem Reiseland eine spezielle Krankenversicherung, um einen Termin bei einem Facharzt vereinbaren zu können und ihre Infusion zu erhalten. Medikamente erhalten.
  • Für längere Reisen muss das CED-Zentrum an Ihrem Reiseziel möglicherweise eine spezielle Finanzierung Ihrer Medikation beantragen.
  • Infliximab kann bei Raumtemperatur aufbewahrt werden, so dass Sie und Ihr CED-Zentrum Ihnen die Medikamente verschreiben kann, die dann durch ein Zentrum in Ihrem Reiseland verabreicht werden können. Hierfür sind jedoch frühzeitige Absprachen notwendig.

Einige verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente, die Patienten für Dinge wie Schmerzlinderung, Schlafmittel, Allergien und sogar Erkältungs- und Grippemittel verwenden, sind in anderen Ländern illegal. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan zum Beispiel gehören zu den restriktivsten Ländern, aber viele Länder verbieten oder beschränken den Import von Drogen, Beruhigungsmitteln, Amphetaminen und anderen gängigen rezeptfreien Medikamenten. Das Mitführen kleiner Mengen stellt oft kein großes Problem dar, sollten Sie jedoch eine Reise für mehr als 3 Monate planen, kann die Medikamentenmenge, könnte in einigen Ländern rechtswidrig sein.

Top-Tipps zur Vermeidung von Problemen auf Reisen:

  • Achten Sie bei allen Medikamenten auf die Wirkstoffe. Erkundigen Sie sich vor der Reise bei der Botschaft Ihres Ziellandes, ob die von Ihnen mitgeführten Wirkstoffe beschränkt oder verboten sind.
  • Die Medikamente müssen in der Originalverpackung mit einem beiliegenden Rezept und einem Arztbrief mitgeführt werden.
  • In Ländern, in denen ein Medikament erlaubt ist, dessen Menge jedoch begrenzt ist, kann eine Reduzierung der Dosierung oder ein Wechsel zu einem anderen verfügbaren Medikament empfohlen werden.
  • Zu den kontrollierten Medikamenten gehören Medikamente wie Codein, Morphium, Diazepam. Wenn Sie ein kontrolliertes Medikament einnehmen und planen größere Mengen mitzunehmen, müssen Sie eine persönliche Lizenz beantragen, um dieses einführen zu dürfen.
  • Sie sollten die Lizenz mindestens 10 Werktage vor Ihrem Reisedatum beantragen und Folgendes angeben:
  • Ein ausgefülltes Antragsformular für eine persönliche Export-/Importlizenz.
  • Ein Schreiben Ihres verschreibenden Arztes, das Ihren Namen, Ihren Reiseverlauf, die Namen der verschriebenen kontrollierten Medikamente, die Dosierungen und die Gesamtmenge der zu transportierenden Medikamente bestätigt

Um die Lizenz für die Ein- und Ausreise aus Großbritannien zu beantragen, folgen Sie diesem Link https://www.gov.uk/controlled-drugs-licences-fees-and-returns

Andere Länder haben möglicherweise eigene Einfuhrbestimmungen für kontrollierte Arzneimittel und verschreibungspflichtige Medikamente. Sie müssen sich bei der Botschaft des Landes, in das Sie reisen, erkundigen, ob Sie eine Lizenz benötigen.

Für weitere Informationen über das Reisen mit Medikamenten oder das Erhalten von Medikamenten und Gesundheitsberatung im Ausland besuchen Sie bitte unsere Seite Healthcare abroad. page.

 

Sources of Information

  1. Crohn's and Colitis UK website. Travel and IBD factsheet http://s3-eu-west-1.amazonaws.com/files.crohnsandcolitis.org.uk/Publications/travel-and-IBD.pdf
  2. Department of Health. Guidance on controlled drugs: licences, fees and returns https://www.gov.uk/controlled-drugs-licences-fees-and-returns
  3. FRIO UK. Cooling wallet www.friouk.com
  4. Electronic Medicines Compendium. Humira SPC . http://www.medicines.org.uk/emc/medicine/21201. Accessed 22/2/16.

Mit Medikamenten reisen

Medikation im Ausland

  • Bei längeren Reisen kann es sein, dass Du neue Medikamente und ggf. auch ein neues Rezept im Reisezeitraum benötigst. Manchmal ist es möglich Medikamente über Logistik-Unternehmen (DHL, UPS, FedEx) aus deinem Heimatland zu erhalten. Dabei solltest Du unbedingt beachten, dass einige Medikamente mit regulierter Temperatur transportiert werden müssen, sodass Du darauf achten musst, dass das Transportunternehmen garantieren kann, sie vor Wärme und Kälte zu schützen. In einigen Ländern gibt es extra hierfür ausgewiesene Unternehmen. Da der Import von Medikamenten in manchen Ländern unter besonderen (Zoll-) Regulationen steht, solltest du dieses vor Beginn einer Reise abklären und ggf. mit deiner Botschaft und einem Repräsentanten des Medikamentenherstellers in deinem Reiseland in Kontakt treten.
  • Alternativ ist es möglich Medikamente direkt in deinem Reiseland zu erwerben. Da die Kosten meistens zunächst von Dir selbst getragen werden müssen, kann dieses sehr teuer werden. Außerdem benötigst Du in der Regel ein Rezept von einem Arzt vor Ort, da Rezepte aus dem Ausland nur selten anerkannt werden. Es ist hilfreich, wenn Du Kopien deines Krankheitsverlaufs und der letzten Rezepte mitnimmst und bereits vor Beginn der Reise einen Termin bei einem CED-Spezialisten oder einem Arzt vor Ort, der CED-Medikamente verschreibt, vereinbarst. (Auf unserer CED-Netzwerk Seite findest Du eine Liste von Spezialisten weltweit).
  • Einige Medikamente (z.B. neue Biologika) sind nicht in jedem Land zugelassen und können daher nicht verschrieben werden. Zusätzlich kann es sein, dass es den Ärzten vor Ort nicht erlaubt ist, in ihrem Land nicht zugelassene Medikamente (Infusionen oder Spritzen) zu verabreichen, auch wenn Du sie selbst mitbringst. Um sicher zu gehen, solltest du bereits vor Beginn deiner Reise Kontakt zu den CED-Spezialisten oder dem CED-Zentrum vor Ort aufnehmen, hierfür kannst Du unser CED-passport Netzwerk nutzen. Alternativ kannst Du auch zu dem Hersteller deiner Medikamente in Deutschland Kontakt aufnehmen, um die Verfügbarkeit des Medikaments in deinem Reiseland zu prüfen. (((Translator – Add here your local country biologic drug companies contact details list, to inquire for this, when necessary))).
  • USA-Reisende, die Remicade erhalten, können sich an Remicade-Infusionszentren wenden, die vom Hersteller Janssen betrieben werden. Informationen hierzu findest Du unter www.2infuse.com. Auch andere Hersteller könnten ähnliche Zentren aufgebaut haben, wende Dich diesbezüglich am besten an das Unternehmen, welches dein Medikament herstellt.
  • Auch wenn das Medikament, welches Du erhältst, in deinem Reiseland zugelassen ist, kann es sein, dass die lokalen Ärzte und Zentren dieses aus Haftungsgründen nicht verabreichen. Nimm am besten vorher Kontakt zu einem spezialisierten Zentrum am Reiseziel auf, um sicher zu stellen, dass Du dein Medikament vor Ort erhalten kannst. Du kannst den behandelnden Ärzten auch vorschlagen, einen Vertrag zu Unterschreiben, welcher sie von einem Teil Haftung entbindet, ein Beispiel auf Englisch findest Du hier, damit ist der Arzt/das Zentrum nicht mehr verantwortlich für die Qualität des Medikaments, welches Du mitgebracht hast.
  • Dr. David Rubin von der Universität Chicago hat ein Video veröffentlicht, in welchem er praktische Tipps für Reisen mit CED gibt. Du findest dieses hier:

Reisen mit Humira (Adalimumab), Simponi (Golimumab) oder Stelara (Ustekinumab)

  • Infusionsflaschen, Fertigspritzen oder Pens dieser Medikamente müssen gekühlt transportiert werden. Entsprechende Kühlbehälter oder Boxen kannst Du in einigen Apotheken kaufen, oder von Vertretern der Medikamentenhersteller erhalten.
  • Humira (Adalimumab) kann 14 Tage bei Raumtemperatur (25 °C) aufbewahrt werden. Dabei solltest du wirklich darauf achten, dass die Maximaltemperatur von 25 °C nicht überschritten wird. Sehr warme und sehr kalte Temperaturen können das Medikament schädigen und zu einem Wirkungsverlust führen. Wenn die Kühlkette unterbrochen ist, muss das Medikament innerhalb von 14 Tagen benutzt werden, anderenfalls ist es zu entsorgen.

Reisen mit Remicade/Inflectra/Remsima (Infliximab) oder Entyvio (Vedolizumab)

  • Bitte beachte, dass es CED-Zentren und Ärzte gibt, die von Patienten mitgebrachte/importierte Medikamente nicht verabreichen. Erkundige Dich vor Beginn deiner Reise nach den Bedingungen vor Ort und kontaktiere das Zentrum/den Arzt, bei dem Du deine Medikation erhalten kannst.
  • Die oben aufgeführten Medikamente müssen bei 2-8 °C gekühlt transportiert, dürfen jedoch nicht eingefroren werden. Es ist wichtig sie vor Licht zu schützen, und sobald die Infusionslösung durch medizinisches Personal aus dem Trockenpulver hergestellt wurde, muss diese innerhalb von max. 24 Stunden verbraucht werden. Remicade stellt eine Ausnahme dar und kann bei Raumtemperatur aufbewahrt und transportiert werden (max. 6 Monate). Es ist wichtig darauf zu achten, dass 25 °C nicht überschritten werden.
  • Details zu Reisen mit Biologika im Ausland bzw. Möglichkeiten diese vor Ort zu erhalten, findest Du unter unserem Stichpunkt Gesundheitsversorgung im Ausland

Reisen mit Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen

Einige starke Schmerzmittel wie Morphin und Codein und Beruhigungsmittel wie Diazepam fallen unter das Betäubungsmittelgesetz. Wenn Du diese benötigst, kannst Du deine Medikation für 30 Tage innerhalb des Schengenraumes (zur Zeit Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn) mitnehmen, wenn dein behandelnder Arzt/Ärztin eine Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens ausfüllt. Diese Bescheinigung muss vor Antritt der Reise durch die oberste Landesgesundheitsbehörde oder eine von ihr beauftragte Stelle beglaubigt werden. Für Reisen in Länder außerhalb des Schengenraums, rät die Bundesopiumstelle Patienten, nach dem Leitfaden für Reisende des Internationalen Suchtstoffkontrollamtes (INCB) vorzugehen. Der Patient sollte sich von seinem Arzt eine mehrsprachige Bescheinigung ausstellen lassen, welche Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise enthält, auch diese muss vor Antritt der Reise durch die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde beglaubigt werden.

Um sicher zu gehen, dass es in deinem Reiseland keine speziellen Bestimmungen zum Import dieser Medikamente gibt, ist es sinnvoll vor Reisebeginn Kontakt it der jeweiligen Botschaft aufzunehmen.

Weitere Informationen zu Mitnahme von Medikamenten und der Sicherstellung deiner Gesundheitsversorgung auf Reisen ins Ausland findest Du auf unserer Seite Gesundheitsversorgung im Ausland

Sources of Information

  1. Crohn's and Colitis UK website. Travel and IBD factsheet http://www.crohnsandcolitis.org.uk/Resources/CrohnsAndColitisUK/Documents/Publications/Info-Sheets/Travel%20and%20IBD.pdf
  2. Department of Health. Guidance on controlled drugs: licences, fees and returns https://www.gov.uk/controlled-drugs-licences-fees-and-returns
  3. FRIO UK. Cooling wallet www.friouk.com
  4. Electronic Medicines Compendium. Humira SPC . http://www.medicines.org.uk/emc/medicine/21201. Accessed 22/2/16.
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  6. https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/Reisen/_node.html

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